Der Wissenstransfer ist in einer flexibler gewordenen Welt zu einer professionellen Notwendigkeit geworden.

Um zwei Wissensbereiche geht es:

  • Explizites Wissen - Protokolle, Listen, Regeln, Vorschriften, Verträge, Ordnungen, alles was als Datenmaterial vorhanden ist, was nachweisbar oder beschreibbar ist
  • Implizites Wissen - unausgesprochene Traditionen, Eigenheiten und Besonderheiten einer diakonischen Einrichtung oder einer Kirchengemeinde, ungeschriebene Regeln und Tabus, Umgangsformen, Konfliktpotentiale, Einschätzungen von Personen, geltende Werte; dieses Wissen wird in der Regel in Schriftstücken und Akten nicht erfasst oder kann lange Zurückliegendes betreffen.
Alle am Wissenstransfer beteiligten Personen bzw. Gremien können ihrer Verantwortung gerecht werden, wenn sie
  • den Wissenstransfer planen und strukturieren
  • Schriftstücke und Informationen übergeben
  • den Gesprächsbedarf erfragen und selbst dafür zur Verfügung stehen
  • Termine einhalten (und mögliche Hindernisse offen legen)
  • zielorientiert und vertrauensvoll miteinander reden

Modelle für die Weitergabe von Wissen

Wissenstransfer durch Zuschauen und Ausprobieren: Der Wissensgeber und der Wissensnehmer arbeiten eine Zeit lang gemeinsam. Im gemeinsamen Vorbereiten, Handeln und Nacharbeiten werden Fertigkeiten und Kenntnisse weitergegeben. In der Regel entwickelt sich eine Lehrer-Schüler-Beziehung, die eine starke Prägung ermöglicht, aber in einer Haltung der Abgrenzung auch die effektive Wissensweitergabe verhindern kann.

Wissenstransfer durch begleitete Eigenständigkeit: Der Wissensgeber versteht sich als Mentor, Coach oder Berater des Wissensnehmers. Er bietet seine Erfahrungen an, führt den Wissensnehmer in bestehende Netzwerke ein und stärkt seine Fachlichkeit und sein Selbstvertrauen. Die Praxis bewältigt der Wissensnehmers allein - gestärkt durch "Botschaften" des Wissensgebers. Das Modell setzt auf Eigenständigkeit und Freiheit beider Partnern. Durch die Verbindung von ausgewiesener Erfahrung und Freiraum zur eigenständigen Gestaltung kann sich ein tragendes Vertrauen zwischen den Partnern entwickeln.

Wissenstransfer durch "geordnete Übergabe": Wissensgeber und Wissensnehmer begegnen sich (wenn überhaupt) nur sehr kurz. Oft findet die Wissensweitergabe auch an eine/n Zwischen-Verantwortliche/n statt. Alles was weitergegeben werden soll, muss kurz, klar und schriftlich vorliegen. Implizites und individuelles Wissen gehen bei diesem Modell fast zwangsläufig verloren, weil kein Kommunikationsprozess in Gang kommen kann.

Eine Checkliste mit Fragen und Anregungen für die Wissensweitergabe zwischen Einzelnen oder zwischen Gremien finden Sie unter Arbeitshilfen.


 


 

Kontakt

Gemeindedienst der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM)
Pfarrerin Claudia Neumann

Zinzendorfplatz 3
(Alte Apotheke)
99192 Neudietendorf
Fon 036202 7717-95
Fax 036202 7717-98
Claudia.Neumann@ekmd.de

 

 

 

Zur Website der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland